Keramiker (m/w) - ein Beruf für Kreative und Geschickte
Keramiker/innen stellen Gebrauchskeramik, Baukeramik und Zierkeramik her. Ihre Aufgaben reichen von Planung und Entwurf über die Fertigung bis hin zum Verkauf der Produkte.
Sie arbeiten in Klein- und Mittelbetrieben des Keramikerhandwerks. Darüber hinaus bieten z.B. Einrichtungen zur Eingliederung und Pflege von Menschen mit Behinderung mit einer hauseigenen Töpferwerkstatt weitere Beschäftigungsmöglichkeiten.
Die duale Ausbildung dauert 3 Jahre und ist ein anerkannter Beruf nach der Handwerksordnung (HwO).
Folgende Interessen sind wichtig und hilfreich, um den Beruf lernen und ausüben zu können. Die Interessen sind in der Reihenfolge ihrer Wichtigkeit genannt. Zu jedem Interessensbereich werden zur Veranschaulichung Tätigkeiten genannt.
Interesse an praktisch-konkreten Tätigkeiten
z.B. Gießen, Quetschen oder Einformen von Arbeitsmasse in Gipsformen
z.B. Bearbeiten von Keramikmassen auf Töpferscheiben
z.B. Glasieren von Werkstücken
Interesse an kreativ-gestaltenden Tätigkeiten
z.B. kreatives Entwerfen keramischer Erzeugnisse
z.B. geschmackvolles Verzieren von keramischen Erzeugnissen mit Dekors
Staatliche Fachschule, Berufsfachschule, und Berufsschule III für Keramik in Landshut
- Wikipedia-Infos zum Keramiker
- Bundesagentur für Arbeit
- Keramik-Atlas (Informationsportal und Netzwerk für Kunst, Kultur und Handwerk rund um die Keramikgestaltung)
- Keramik-Portal (Portal zum Thema Keramik und Ton)
Interview mit Rudolf Schepp,
stellv. Schulleiter der Keramikschule Landshut
Interviewer: Gianna Lisci, Philipp Ellner
Interviewpartner: Rudolf Schepp, stellvertretender Schulleiter der Keramikschule Landshut.
Wie sind Sie persönlich zu Ihrer Berufsentscheidung gekommen?
Ich wollte von Haus aus einen kreativen Beruf ausüben. Zwar wollte ich am liebsten Schneider werden, aber dann kam es dazu, dass ich mich für Keramik entschied.
Was waren die wichtigsten Etappen/Einflussfaktoren Ihrer beruflichen Entwicklung?
Erst betriebliche Ausbildung, dann Gesellenjahre, Meisterschule, Meisterjahre.
Wie bekommt man einen Ausbildungsplatz in Ihrem Bereich?
Man muss eine Aufnahmeprüfung machen, sich persönlich vorstellen. Am besten direkt hingehen.
Was muss ein Bewerber besonders gut können in Ihrem Beruf?
Bildliche und räumliche Vorstellungskraft haben, Talent (zeichnerisch), Lust am Material, Lust etwas zu schaffen.
Welche Voraussetzungen/ Fähigkeiten sollte man mitbringen? Was kann man lernen im Verlauf der Ausbildung?
Man muss aushalten, dass man in jeden Teilbereich Prüfungen machen muss, 300 % mehr Prüfungen als normal. Mann lernt das Formen, Modellieren, den Bezug zum Material.
Wie sieht ein normaler Tag aus?
Von 8 Uhr bis 17 Uhr, 40 Stundenwoche.
Was gefällt Ihnen besonders an Ihrer Arbeit? Was macht das Berufsfeld langfristig attraktiv?
Die Arbeit mit jungen Leuten, junge Menschen auf Ihrem Weg begleiten. Jeder Tag ist spannend, da es immer etwas Neues zu schaffen gibt.
Was war Ihr schönstes Erlebnis in Ihrer Arbeit?
Mein Leitspruch ist: „Der schönste Tag liegt immer vor einem“
Was ist die Schattenseite Ihres Berufs?
Man ist immer „dreckig“, lebt sozusagen von der Hand in den Mund.
Sehr viel Arbeit für zu wenig Geld.
Welche beruflichen Perspektiven/ Aufstiegsmöglichkeiten gibt es?
Arbeit mit anderen Menschen; Behindertenwerkstätte, große Keramik Industrie, zum Großteil individuelle Möglichkeiten, also Selbstständigkeit.
Was ist auf Ihrem Berufsweg anders gekommen, als Sie es sich vorgestellt haben? Was hat sie überrascht?
Nichts. Ich war immer offen für alles, habe alles auf mich zukommen lassen und war immer bereit auch mal was anderes zu machen. Egal was du machst im Leben, du musst nur gut sein.
Welchen Rat möchten Sie einem Bewerber auf den Weg geben, der sich für Ihr Berufsfeld interessiert?
Den Mut, individuell zu sein und den Mut durchzuhalten.
Das Schüler-Interview-Team bedankt sich für das interessante Gespräch.



